Flughäfen und Luftfahrtanlagen entrümpeln – was hinter den Sicherheitszäunen lagert und wie das Entsorgungsregister Orientierung gibt

Die Entrümpelung und der Rückbau eines stillgelegten Flughafens oder einer aufgegebenen Luftfahrt‑Werkshalle ist eine der komplexesten und am strengsten regulierten Aufgaben im gesamten Entsorgungssektor. Anders als in einer Fabrik oder einem Wohnhaus handelt es sich hier um ein abgeschottetes Hochsicherheitsgelände, dessen Boden über Jahrzehnte mit Kerosin, Enteisungsmitteln, schwermetallhaltigen Bremsstaub‑Ablagerungen und den gefährlichen Rückständen von fluorhaltigen Löschschäumen (PFAS) getränkt wurde. Hinzu kommen die baulichen Superlative der Terminals und Hangars und die sensible Hochfrequenz‑Technik der Flugsicherung, die vor einer Verschrottung gezielt außer Betrieb genommen werden muss. Das Entsorgungsregister, Deutschlands neutrale Wissensplattform für Entsorgung und Recycling, widmet dieser sicherheitskritischen und logistischen Mammutaufgabe einen eigenen umfassenden Beitrag – ohne selbst Flughafen-Entrümpelungen anzubieten, aber mit dem Ziel, Bauherren, Investoren und der öffentlichen Hand das notwendige Grundlagenwissen für eine sichere und gesetzeskonforme Abwicklung zu liefern.

Warum die Entrümpelung eines Flughafens eine sicherheitskritische Operation ist

Von der stillgelegten Abfertigungshalle bis zum aufgegebenen Hangar

Die Dimensionen sind riesig: Terminals mit Millionen Quadratmetern Fläche, Hangars, Tanklager, Rollfelder, Radaranlagen – eine Stadt für sich.

Die besondere Rechtslage: Luftsicherheitsgesetz, Betriebsgelände und Gefahrstoffe

Das Luftsicherheitsgesetz (LuftSiG) schreibt besondere Zuverlässigkeitsüberprüfungen für alle Personen vor, die auf dem Gelände arbeiten. Zudem sind Böden und Bausubstanz oft mit Kerosin, PFAS und anderen Gefahrstoffen kontaminiert.

Typische Abfälle und Gefahrenquellen auf Flughafengeländen

Kerosin- und Treibstoffreste in Tanks, Leitungen und Bodenbelägen

Kerosin ist wassergefährdend und leicht entzündlich. Tanklager müssen vor dem Rückbau entgast werden.

Enteisungsmittel und ihre aggressiven Rückstände in Tanklagern und Geräten

Glykolbasierte Enteisungsmittel zersetzen sich im Boden zu aggressiven Säuren und sind wassergefährdend.

Hangars und Werkstätten – Flugzeugteile, Turbinen, Spezialwerkzeuge und Hydrauliköle

Hydrauliköle sind gefährliche Abfälle, Flugzeugteile (Aluminium, Titan, CFK) müssen sortenreich getrennt werden.

Sicherheitstechnik – Scanner, Metalldetektoren, Gepäckförderanlagen und ihre Entsorgung

Sie sind Elektroaltgeräte; vor der Entsorgung müssen gespeicherte Daten gelöscht und die Geräte außer Betrieb genommen werden.

Terminalgebäude – kilometerlange Teppichböden, Sitzreihen, Schalter und Werbetafeln

Die gleichen Fraktionen wie in anderen großen öffentlichen Gebäuden – aber in noch größeren Mengen.

Radaranlagen und Funkfeuer – Elektronikschrott mit Strahlenschutz-Relevanz

Ältere Radargeräte können noch Restrisiken von Hochfrequenzstrahlung aufweisen oder gespeicherte sicherheitsrelevante Daten enthalten.

Die höchste Gefahrenstufe – Kerosin und andere Betriebsstoffe

Warum Kerosin ein wassergefährdender Stoff ist und wie es entsorgt werden muss

Kerosin ist ein Gefahrstoff der Klasse 3 (ADR) und wassergefährdend (WGK 2). Es muss über Spezialfirmen abgepumpt und als Sonderabfall entsorgt werden.

Empty-Tank-Reinigung und Explosionsschutz in ehemaligen Tanklagern

Vor dem Betreten und der Demontage müssen die Tanks entgast, gereinigt und auf Restexplosivität geprüft werden – eine Aufgabe für zertifizierte Tankreiniger.

Umgang mit verunfallten oder aufgegebenen Flugzeugwracks auf dem Rollfeld

Sie sind nach der AltfahrzeugV zu behandeln, wobei die Betriebsstoffe abzulassen sind. CFK‑Teile sind ein spezielles Entsorgungsproblem.

Der Sicherheitsbereich und die Klärung von Gefahrstoffen

Das Flughafen-Sicherheitskonzept und die Zutrittsbeschränkungen für Entsorger

Das Entsorgungspersonal muss eine Zuverlässigkeitsüberprüfung nach §7 LuftSiG durchlaufen, bevor es auf das Gelände darf.

Die Entsorgung von aufgegebenen Gefahrgütern aus der Luftfracht (Lithium-Batterien, Trockeneis, Chemikalien)

In alten Frachtbereichen finden sich oft aufgegebene Gefahrgüter, die als Sonderabfall zu entsorgen sind.

Brandschutz-Flüssigkeiten (AFFF-Schäume) und ihre PFAS-Belastung

Die filmbildenden Löschschäume enthalten PFAS, die extrem langlebig und krebserregend sind. Kontaminierte Böden sind gefährlicher Abfall.

Rechtliche Vorgaben – von der GewAbfV bis zum Luftsicherheitsgesetz

Die Gewerbeabfallverordnung und die Getrennthaltung auf riesigen Flächen

Auch bei Flughafengeländen gilt die Getrenntsammlungspflicht für Holz, Metall, Bauabfälle, Elektrogeräte, Sonderabfälle.

Das Luftsicherheitsgesetz (LuftSiG) und die Zuverlässigkeitsüberprüfung (§7 LuftSiG)

Jeder, der auf dem Sicherheitsbereich arbeitet, benötigt eine vorherige Prüfung durch die Luftsicherheitsbehörde.

Die Betriebsgenehmigung des Flughafens und die Rückbauverpflichtungen

Die Genehmigung kann spezifische Auflagen für den Rückbau enthalten, die vorab zu beachten sind.

ElektroG und die Entsorgung von Hochtechnologie aus der Flugsicherung

Radargeräte, Funkfeuer und Anzeigetafeln sind Elektroaltgeräte, die bei zertifizierten Erstbehandlungsanlagen abgegeben werden müssen.

Entsorgungswege – von der Sondermüllverbrennung bis zum Edelstahlrecycling

Entsorgung von Kerosinschlämmen und ölhaltigen Betriebsmitteln (AVV 13 08 02*)

Sie sind gefährlicher Abfall und gehen in die Sonderabfallverbrennung.

Bauabfälle aus Terminals und Hangars – selektiver Rückbau und Urban Mining

Stahl, Aluminium, Beton werden sortenrein für das Recycling aufbereitet.

Aluminium und Titan aus alten Flugzeugteilen – wertvolle Metalle im Schrott

Sie sind hochwertige Sekundärrohstoffe und gehen an spezialisierte Metallhändler.

Kunststoffe und Verbundwerkstoffe (CFK) aus dem modernen Flugzeugbau – ein Entsorgungsproblem der Zukunft

Kohlefaser‑Verbundwerkstoffe sind kaum recycelbar und müssen oft als Sondermüll verbrannt oder deponiert werden – ein wachsendes Problem.

Das Entsorgungsregister als neutrale Wissensplattform für den Flughafenrückbau

Datenbank mit zertifizierten Fachbetrieben für Flughafen-Liegenschaften und Sonderabfall

Betriebe, die auf die Entrümpelung von Flughäfen spezialisiert sind, sind über die Plattform recherchierbar.

Informationen zu allen relevanten Abfallschlüsseln und ihren Verwertungswegen

Einzelbeiträge zu Kerosin, PFAS, CFK, Tankreinigungen, etc.

Keine eigene Entsorgung, aber eine umfassende Wissenssammlung

Das Register ist kostenfrei, werbefrei und neutral.

Berliner Flughafenprojekte – von Tegel über Tempelhof bis BER

Der Rückbau des alten Flughafens Tegel und die Nachnutzung als Forschungs- und Gewerbepark

Die “Urban Tech Republic” entsteht auf dem Gelände – ein Projekt mit massiven Bodensanierungsauflagen, da der Boden mit Kerosin und PFAS belastet ist.

Tempelhof – die größte Nachkriegs-Betonfläche und ihr Umgang mit Altlasten

Der Flughafen Tempelhof wurde zum Volkspark; die Flächen mussten zuvor auf Kampfmittel und Schadstoffe untersucht werden.

Die BSR, die Berliner Senatsverwaltung und die privaten Entsorger im Zusammenspiel

Die BSR ist für die Entsorgung von Kleinmengen zuständig, die großen, gefährlichen Massen übernehmen private Spezialfirmen.

Das Entsorgungsregister und seine Berliner Einträge für die Flughafen-Entrümpelung

Das Register listet Berliner Betriebe mit Erfahrung in der Flughafensanierung.

Praxisleitfaden: Eine Flughafen-Liegenschaft entrümpeln in sechs Schritten

Schritt 1 – Das Gelände unter Beachtung der Luftsicherheitsvorschriften betreten und erkunden

Vor dem Betreten müssen alle Personen eine Zuverlässigkeitsüberprüfung haben; das Gelände wird auf Kampfmittel und Schadstoffe untersucht.

Schritt 2 – Die Entleerung und Entgasung aller Treibstoff- und Chemikalientanks

Ein Tankreinigungsbetrieb pumpt die Reste ab, reinigt die Tanks und bescheinigt die Gasscheinfreiheit.

Schritt 3 – Die Beprobung der Böden auf Kerosin und PFAS (verunreinigtes Löschwasser)

Ein Gutachter erstellt ein Bodenschadstoffkataster, das die Grundlage für die Aushubentsorgung bildet.

Schritt 4 – Die Trennung und Entsorgung der Terminaleinrichtung und Sicherheitstechnik

Scannern, Anzeigetafeln, Sitzreihen, Teppichböden – alles wird in den entsprechenden Fraktionen getrennt.

Schritt 5 – Der Rückbau der technischen Anlagen und Radare

Radartürme, Antennen, Funkfeuer – sie sind Elektroaltgeräte mit Sicherheitsrelevanz; der Rückbau wird von Spezialfirmen überwacht.

Schritt 6 – Die abschließende Boden- und Bausubstanzfreigabe und die Übergabe an die neue Nutzung

Nach der Sanierung wird das Gelände durch unabhängige Gutachter freigemessen und übergeben.

Zukunft – der nachhaltige Flughafen und die Kreislaufwirtschaft in der Luftfahrt

Wiederverwendung von Flugzeugteilen und der Markt für Gebrauchtmaschinen

Flugzeugteile werden zunehmend ausgebaut und weiterverkauft, statt sie zu verschrotten.

Das Entsorgungsregister als Begleiter des Strukturwandels großer Verkehrsflächen

Die Plattform wird auch künftig über nachhaltige Flughafenkonversion informieren.

Fazit: Die Entrümpelung eines Flughafens ist eine der teuersten, langwierigsten und reglementiertesten Entsorgungsaufgaben überhaupt. Die unsichtbaren Gefahren im Boden durch PFAS und Kerosin, die Explosionsgefahr aus den Tanklagern und die strengen Vorschriften des Luftsicherheitsgesetzes lassen keinen Raum für Improvisation. Das Entsorgungsregister liefert das nötige Grundlagenwissen und die neutrale Datenbank, um diese gigantische Aufgabe sicher, regelkonform und mit dem gebotenen Respekt vor der Umwelt und der Sicherheit zu bewältigen – neutral, sachlich und ohne jedes Eigeninteresse.

Häufige Fragen zur Entrümpelung von Flughäfen und Luftfahrtanlagen

Warum ist der Boden auf alten Flughäfen so stark mit PFAS belastet?

PFAS (per- und polyfluorierte Alkylverbindungen) stammen aus den filmbildenden Löschschäumen (AFFF), die von den Flughafenfeuerwehren jahrzehntelang für Übungen und Einsätze genutzt wurden. Diese extrem langlebigen, krebserregenden Stoffe sind ins Erdreich und Grundwasser gesickert und machen den Boden oft zu gefährlichem Abfall, der in speziellen Hochtemperatur-Verbrennungsanlagen entsorgt werden muss. Das Entsorgungsregister informiert über die Erkennung und listet die spezialisierten Labore und Entsorger für PFAS-belastete Böden.

Darf man alte Gepäck-Scanner vom Flughafen einfach als Elektroschrott entsorgen?

Nein. Die Sicherheitstechnik eines Flughafens unterliegt dem Luftsicherheitsgesetz (LuftSiG). Vor einer Entsorgung müssen die Geräte unter Aufsicht autorisierter Stellen außer Betrieb genommen und alle gespeicherten Daten und Sicherheitszertifikate gelöscht werden. Zudem benötigt das Entsorgungspersonal eine gültige Zuverlässigkeitsüberprüfung nach §7 LuftSiG. Das Entsorgungsregister listet die Fachbetriebe, die diese speziellen Voraussetzungen für die Arbeit im Sicherheitsbereich erfüllen.

Wie werden alte Flugzeugwracks oder Teile davon richtig entsorgt?

Ein aufgegebenes Flugzeugwrack ist kein normaler Schrott. Es muss nach der Altfahrzeugverordnung (AltfahrzeugV) von einem zertifizierten Betrieb trockengelegt werden, wobei Kerosin, Hydrauliköle und andere Betriebsstoffe abzulassen sind. Hochwertige Legierungen (Aluminium, Titan) werden dem Recycling zugeführt. Moderne Kohlefaser-Verbundwerkstoffe (CFK) stellen ein großes Entsorgungsproblem dar, da sie nicht verbrannt werden dürfen und oft als Sondermüll behandelt werden müssen. Das Entsorgungsregister listet die zertifizierten Demontagebetriebe für Luftfahrzeuge.

Braucht man für die Entsorgung eines alten Kerosintanks einen Spezialisten?

Ja, unbedingt. Ein alter Kerosintank ist nie ganz leer und enthält ein hochexplosives Gas-Luft-Gemisch. Bevor er demontiert werden kann, muss er von einer Tankreinigungsfirma entleert, mit Inertgas (Stickstoff) gefüllt und gereinigt werden. Erst wenn ein “Gasscheinfrei”-Status bescheinigt ist, darf das Material dem Stahlschrott zugeführt werden. Das Entsorgungsregister listet die autorisierten Fachfirmen für die Tankreinigung und -entsorgung.

Bietet das Entsorgungsregister selbst die Entrümpelung von Flughäfen an?

Nein. Das Entsorgungsregister ist eine neutrale Wissensplattform und vermittelt keine Aufträge. Es listet jedoch eine umfassende Datenbank mit hochspezialisierten, zertifizierten Entsorgungsfachbetrieben, die für die komplexen Anforderungen einer Flughafen-Entrümpelung zugelassen sind.

Welche Besonderheiten gelten in Berlin für die Entrümpelung von Flughäfen?

Berlin hat mit dem Rückbau des Flughafens Tegel (Urban Tech Republic) und der langjährigen Konversion von Tempelhof große Erfahrung mit Flughafen-Altlasten. Die Böden sind hier besonders stark mit Kerosin, PFAS und auch Weltkriegsaltlasten belastet. Die Projekte unterliegen einer engen Überwachung durch die Senatsverwaltung und die bezirklichen Bauämter. Das Entsorgungsregister listet die in Berlin und Brandenburg tätigen Spezialfirmen, die mit diesen regionalen Gegebenheiten und den strengen Berliner Auflagen vertraut sind.


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