Freizeitparks und Vergnügungsparks entrümpeln – was nach dem Stopp der Fahrgeschäfte übrig bleibt und wie das Entsorgungsregister Orientierung gibt
Ein stillgelegter Freizeit- oder Vergnügungspark ist einer der melancholischsten und zugleich logistisch und technisch anspruchsvollsten Lost Places, den die Entrümpelungsbranche zu bieten hat. Wo einst Kinder lachten und Achterbahnen über hölzerne Schienen rasten, verrotten heute die bunten Plastikfiguren, öffnen sich stille Restaurants mit verdorbenen Lebensmittelresten, und in versteckten Ecken liegen vielleicht noch die nicht ausgelösten Feuerwerkskörper der letzten Abendshow. Die Entrümpelung eines solchen Geländes ist eine Operation, die schweren Maschinenbau, Gefahrgutlogistik, Abwasserrecht und eine große Portion Nostalgie miteinander vereint.
Das Entsorgungsregister, Deutschlands neutrale Wissensplattform für Entsorgung und Recycling, widmet dieser spektakulären und komplexen Entrümpelungsdisziplin einen eigenen fundierten Beitrag – ohne selbst Achterbahnen zu demontieren oder Karussells zu verkaufen, aber mit dem Ziel, Investoren, Kommunen und Denkmalbehörden das notwendige Grundlagenwissen für eine sichere und gesetzeskonforme Abwicklung zu liefern.
Die stille Pyrotechnik – das explosive Erbe der Abendshows
ÜBERSICHT
- 1 Die stille Pyrotechnik – das explosive Erbe der Abendshows
- 2 Die Giganten aus Stahl und Öl – Fahrgeschäfte und ihre Hydraulik
- 3 Die stinkende Brühe – verkeimtes Wasser im Wildwasserkanal
- 4 Das Reich der bunten Plastikmonster – Dekoration und Sondermüll
- 5 Das Entsorgungsregister – Lotse im stillgelegten Zauberwald
- 6 Berlin – der melancholische Riese Spreepark und andere Plätze
- 7 Praxisleitfaden – einen Vergnügungspark entrümpeln in sieben Schritten
- 8 Fazit
- 9 Häufige Fragen zur Entrümpelung von Freizeitparks
Die mit Abstand größte, brisanteste und oft völlig unterschätzte Gefahr in einem alten Freizeitpark sind die Überreste der Pyrotechnik. Bei den spektakulären Abendshows wurden jahrelang Feuerwerkskörper, Rauchbomben und Flammeneffekte gezündet, und was nicht funktionierte, wurde oft einfach in einem Lagerraum im Keller eines Restaurants oder im hinteren Wartungstrakt einer Bühne abgelegt. Diese unscheinbaren Pappröhren und Blechdosen mit Schwarzpulver, Blitzknallsatz und Treibladungen sind oft über Jahre feucht geworden, was die pyrotechnischen Sätze zu extrem instabilen, schlagempfindlichen Explosivstoffen machen kann.
Das Entsorgungsregister stellt klipp und klar: Bevor in einem Themenpark auch nur ein einziger Schaustellerwagen oder ein Technikraum geöffnet wird, muss eine systematische Pyrotechnik-Suche durch einen vereidigten Sprengstoffbeauftragten oder ein zertifiziertes Unternehmen für Kampfmittelräumung durchgeführt werden. Ein Griff in die falsche Kiste kann eine schwere Explosion und den Tod von Menschen verursachen. Die Funde werden in spezielle, gekennzeichnete Gefahrgutbehälter der Klasse 1 verpackt und von einer Fachfirma mit einer entsprechenden ADR-Lizenz zur kontrollierten Verbrennung in eine dafür zugelassene Anlage transportiert. Die Plattform listet die wenigen bundesweit zugelassenen Firmen für die kommerzielle Pyrotechnik-Entsorgung auf und informiert über die zwingenden Meldepflichten an die Waffen- und Sprengstoffbehörde des jeweiligen Kreises.
Die Giganten aus Stahl und Öl – Fahrgeschäfte und ihre Hydraulik
Das, was einen Freizeitpark ausmacht, sind die Fahrgeschäfte. Die stählernen Achterbahnen, die tonnenschweren, hydraulisch betriebenen Karussells und die riesigen, freischwingenden Pendelbahnen sind gigantische Maschinenbauwerke, die in der Regel aus hochwertigem Baustahl bestehen und beim Rückbau einen immensen Schrottwert darstellen. Ihre Entsorgung ist jedoch eine Tätigkeit, die unter die schwere Maschinendemontage mit akuter Absturz- und Quetschgefahr fällt. Bevor die ersten Bolzen mit dem Schneidbrenner gelöst werden, müssen alle Betriebsstoffe abgelassen werden. Hunderte Liter Hydrauliköl, Getriebeöl und Schmierfette, die sich in den Zylindern und Lagern der Maschinen befinden, sind wassergefährdend und müssen nach der Altölverordnung gesammelt und entsorgt werden.
Das besondere Problem der alten Fahrgeschäfte aus den 1970er und 1980er Jahren sind die versteckten Schadstoffe. In den Bremsbelägen der Bahnen, die tonnenschwere Züge abbremsen, wurde oft Asbest verbaut. In den Schaltschränken der alten elektrischen Steuerungstechnik sitzen PCB-haltige Kondensatoren und Quecksilber-Sensoren. Bevor der Stahl dem Recycling zugeführt wird, müssen diese Bauteile unter der Aufsicht eines Gutachters identifiziert und als Sondermüll separiert werden. Das einfache Verschrotten eines ganzen, alten Break-Dance-Karussells mit all seiner Elektronik ist ein Verstoß gegen das deutsche Kreislaufwirtschaftsgesetz und kann den gesamten Schredder mit PCB-Ölen und Asbestfasern kontaminieren. Das Entsorgungsregister listet die entsprechenden Fachfirmen für die Schadstofferkundung von Maschinen und die zertifizierten Demontagebetriebe für Fahrgeschäfte auf.
Die stinkende Brühe – verkeimtes Wasser im Wildwasserkanal
Die Wasserbahnen und Pools, die das Herzstück vieler Parks sind, stellen ein nasses, biologisches Problem dar. Das Restwasser, das seit Jahren in den Bassins, den Kanälen und den Rohrleitungen der Wildwasserbahnen steht, ist kein Wasser mehr, sondern eine stinkende, mit Algen, Fäulnisbakterien (Legionellen!) und den letzten Resten von Algiziden und Kupferverbindungen belastete Brühe. Dieses Wasser darf nicht einfach in den nächsten Gully abgelassen werden, da dies eine Einleitung von Abwasser darstellt, die gegen die kommunale Abwassersatzung und das Wasserhaushaltsgesetz (WHG) verstößt. Es muss von einem Fachbetrieb für die Entsorgung von flüssigen Abfällen abgepumpt, analysiert und der örtlichen Kläranlage als spezielles Abwasser angedient oder als gefährlicher Abfall in einer Verdampfungsanlage behandelt werden.
Die Becken selbst – oft aus riesigen, undichten und veralzten PVC-Planen auf Betongrund gebaut – sind in diesem Zustand kein Wertstoff, sondern ein Sondermüllproblem. Die Planen und die alten Filterkessel mit ihren quecksilberhaltigen Pumpen und Schaltern müssen getrennt und als gefährlicher Abfall entsorgt werden. Das Entsorgungsregister listet die Fachbetriebe für die Wasserentsorgung und die Reinigung von Beckenanlagen auf und informiert über die Notwendigkeit der Absprache mit der unteren Wasserbehörde.
Das Reich der bunten Plastikmonster – Dekoration und Sondermüll
Was einen Freizeitpark so zauberhaft macht, ist die liebevolle, oft kitschige Dekoration: die riesigen, bunten Figuren aus Polyesterharz und Glasfaser (GfK), die bedruckten Planen, die aufblasbaren Hüpfburgen und die tonnenweise verarbeiteten Styroporfelsen. All das ist für den Entsorger ein schwer zu trennender Mischmasch aus Kunststoffen, Farben und Schmutz. Besonders die alten GfK-Figuren aus den 1980er Jahren sind problematisch. Ihr Verbund aus Kunstharz und Glasfaser ist weder schmelzbar noch im normalen Industriemüll zu verbrennen und muss als Sondermüll geschreddert und deponiert werden.
Viele Dekorationen und Schaubuden bergen zudem eine versteckte Blei- und Cadmiumbelastung. Die leuchtend gelben und roten Farben auf den Märchenfiguren wurden über Jahrzehnte mit hochgiftigen Pigmenten (Cadmiumgelb, Bleimennige, Zinnoberrot) gestrichen, um sie wetterfest zu machen. Wird so eine Figur einfach in den Container geworfen, kontaminiert der giftige Abrieb den umliegenden Beton und muss in einer aufwendigen Post-Dekontamination vom Boden abgetragen werden. Das Entsorgungsregister stellt dieses spezifische Problem dar und listet die Entsorger, die eine Vor-Ort-Beprobung auf Schwermetalle anbieten und die Figuren fachgerecht als bemalten Sondermüll entsorgen.
Das Entsorgungsregister – Lotse im stillgelegten Zauberwald
Entsorgungsregister.de ist auch im verrotteten Freizeitpark die neutrale Wissensplattform. Es bietet keine Fahrgeschäft-Demontagen an, es verkauft keine alten Karussells und es zündet keine defekten Feuerwerkskörper. Aber es listet in seiner Datenbank jene hochspezialisierten und zertifizierten Fachbetriebe, die die vielschichtigen Anforderungen der Freizeitpark-Entrümpelung beherrschen: von der Pyrotechnik-Räumung (ADR Klasse 1) über die Hydraulik-Trockenlegung bis zur Asbest-Sanierung der alten Bahnhöfe und der kontrollierten Entleerung der Wasserbecken. Die Datenbank erlaubt es Investoren und Kommunen, für jede einzelne dieser großen und kleinen gefährlichen Aufgaben den richtigen, zertifizierten Partner zu finden.
Berlin – der melancholische Riese Spreepark und andere Plätze
Berlin beherbergt mit dem berühmten, seit 2002 stillgelegten Spreepark im Plänterwald eine der bekanntesten Freizeitparkruinen Europas, die seit Jahren Gegenstand aufwendiger Sicherungs- und Beräumungsarbeiten ist. Die verbogenen Schienen, die versenkten Wasserbahnen und die von der Stadt zurückgeholten und denkmalgeschützten Fahrgeschäfte (wie das berühmte Riesenrad) sind ein Paradebeispiel für die gewaltige Mischung aus Denkmalschutz, Gefahrstoffentsorgung und touristischem Umbau. Das Land Berlin, der Bezirk Treptow-Köpenick und die privaten Investoren, die das Gelände nun revitalisieren, mussten hierfür ein eigenes Kompetenzzentrum für die extremen Herausforderungen dieses Geländes aufbauen. Die Berliner Stadtreinigung (BSR) ist für die gewerblichen und gefährlichen Altlasten aus diesem Großprojekt nicht zuständig. Private, zertifizierte Entsorgungsfachbetriebe mit einem breiten Leistungsspektrum sind hier gefragt. Das Entsorgungsregister listet die Berliner Unternehmen, die Erfahrung mit dieser besonderen Art von Räumung haben und die Auflagen des Landesdenkmalamtes und der Senatsverwaltung kennen.
Praxisleitfaden – einen Vergnügungspark entrümpeln in sieben Schritten
Das Entsorgungsregister strukturiert den extrem komplexen und gefährlichen Ablauf: (1) Eine umfassende, systematische Begehung des gesamten Geländes (jeder Keller, jeder Wartungstunnel, jeder Container) durch einen Sprengstoffbeauftragten zur Sicherung und Abholung aller pyrotechnischen Altlasten. (2) Die Stilllegung und das Ablassen aller Betriebsstoffe aus den Fahrgeschäften und die Entnahme der Batterien und Kältemittel aus den Kiosken und Restaurants. (3) Die Entleerung und hygienische Reinigung der Wasserbecken und die Entsorgung der verkeimten Schlämme und Abwässer unter der Aufsicht des Wasserschutzamts. (4) Die Schadstofferkundung der alten Fahrgeschäfte (Asbest in Bremsen, PCB in der Elektrik, Schwermetalle in den Farben der Dekoration). (5) Die Demontage und sortenreine Trennung der Fahrgeschäfte, Bühnen, Kulissen und Dekorationen in die Fraktionen Stahl, Holz, GfK (Sonderabfall), Kupfer und Sondermüll. (6) Der selektive Rückbau der Gebäude und der massiven Fundamente, die in der Regel aus unbewehrtem und bewehrtem Beton mit Asbestfugen bestehen. (7) Die Übergabe eines abschließenden, lückenlosen Dokumentationsberichts an die Bau- und Gewerbeaufsicht, die alle eANV-Nachweise für die Pyrotechnik und die anderen Sonderabfälle enthält.
Fazit
Die Entrümpelung eines Freizeitparks ist eine Reise in die verlorene Welt der Kindheitsträume, die mit dem Sprengstoff der letzten Nacht und dem Asbest der ersten Stunde eine extrem gefährliche Kehrseite hat. Nur ein eingespieltes Team aus Pyrotechnikern, Schwerlast-Monteuren, Chemikern und Denkmalschützern kann einen solchen Park sicher, gesetzeskonform und ohne den Verlust von kulturellem Erbe aus seinem Dornröschenschlaf erwecken. Das Entsorgungsregister liefert das nötige Wissen und die neutrale Datenbank, um diesen komplexen und gefährlichen Auftrag zu meistern – neutral, sachlich und mit einem Augenzwinkern für die verrostete Magie des Ortes.
Häufige Fragen zur Entrümpelung von Freizeitparks
Welche Gefahr geht von nicht ausgelösten Feuerwerkskörpern aus?
Sie sind extrem schlagempfindlich und können bei Berührung explodieren. Sie müssen von einem Sprengstoffbeauftragten gesucht und als Gefahrgut Klasse 1 entsorgt werden.
Enthalten alte Fahrgeschäfte Asbest und PCB?
Ja. Bremsbeläge enthalten Asbest, die Steuerungselektronik PCB-Kondensatoren. Beides ist vor der Verschrottung zu entfernen.
Darf das Wasser aus Wildwasserbahnen einfach abgelassen werden?
Nein. Es ist mit Keimen und Chemikalien belastet und muss von einem Fachbetrieb entsorgt werden. Einleitung in die Kanalisation ist wasserrechtswidrig.
Sind die bunten Plastikfiguren normaler Sperrmüll?
Nein, GfK-Figuren sind Sondermüll. Zudem können die Farben Schwermetalle enthalten. Eine Beprobung ist nötig.
Bietet das Entsorgungsregister selbst Freizeitpark-Räumungen an?
Nein, es ist eine neutrale Plattform und listet nur zertifizierte Fachbetriebe.

